Offshore-Tauglichkeit: AWMF, NORSOK, NOGEPA und OEUK

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Im deutschen Sprachraum wurde bei der Offshore-Tauglichkeit erstmals mit der AWMF-S1-Leitlinie „Arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchung für Arbeitnehmer auf Offshore-Windenergieanlagen und anderen Offshore-Installationen“ (früher: DGMM-Empfehlung) ein Regelwerk geschaffen, das den arbeitsmedizinischen Untersuchungsumfang von Arbeitnehmern auf Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee regelt. Die bisherige AWMF-S1-Leitlinie wurde ab dem 01.03.2021 in Form der AWMF-S2k-Offshore-Leitlinie (Register-Nummer: 002/043) aktualisiert und aufgewertet. Diese medizinische Eignungsuntersuchung wird häufig für Mitarbeiter auf Offshore-Installationen wie Windenergieanlagen (WEA) und Bohrinseln von deren Arbeitgebern und Auftraggebern gefordert. Die spezielle Untersuchung dient dem Zweck, das Risiko sowohl für den Offshore-Mitarbeiter, dessen Kollegen als auch für die technische Umgebung und das MEDVAC-Team (Evakuierungs-Team) zu minimieren.

Offshore-Eignungsuntersuchung in Thüringen – AWMF, NORSOK, NOGEPA und OEUK

Wer auf Offshore-Anlagen tätig ist, muss je nach Einsatzland und Auftraggeber eine gültige Offshore-Eignungsuntersuchung (Offshore Medical) nach einem anerkannten nationalen oder internationalen Standard nachweisen. In der Praxis für Arbeitsmedizin von Dr. med. Martin Sander in Mühlhausen (Thüringen) führen wir Offshore-Eignungsuntersuchungen nach den geltenden Anforderungen durch und beraten Unternehmen sowie Beschäftigte umfassend zu den unterschiedlichen Standards.

Offshore-Eignungsuntersuchungen nach nationalen und internationalen Standards

Die gesundheitlichen Anforderungen an Offshore-Beschäftigte sind aufgrund der besonderen Arbeitsbedingungen auf Plattformen, Offshore-Windparks und anderen Offshore-Anlagen besonders hoch. Ziel der Untersuchung ist es, sicherzustellen, dass Beschäftigte den körperlichen und psychischen Belastungen des Offshore-Einsatzes gewachsen sind und im Notfall keine unvertretbaren Gesundheitsrisiken bestehen.

Je nach Einsatzgebiet und Auftraggeber kommen unterschiedliche Untersuchungsstandards zur Anwendung. Dazu gehören insbesondere:

  • AWMF-Offshore-Eignungsuntersuchung (Deutschland)
  • NORSOK Medical (Norwegen)
  • NOGEPA Medical (Niederlande)
  • OEUK Medical – Offshore Energies UK (Großbritannien)

Internationale Anerkennung der Offshore-Standards

Ein wichtiger Unterschied besteht in der internationalen Anerkennung der jeweiligen Untersuchungen.

Die deutsche AWMF-Offshore-Eignungsuntersuchung wird außerhalb Deutschlands nicht in jedem Fall anerkannt. Wer international eingesetzt wird, sollte deshalb frühzeitig klären, welcher medizinische Standard vom Auftraggeber gefordert wird.

Die Offshore-Standards aus Norwegen (NORSOK), den Niederlanden (NOGEPA) und Großbritannien (OEUK – Offshore Energies UK) wurden bereits deutlich früher entwickelt. Im sogenannten Hardanger-Abkommen wurde zwischen diesen Standards eine gegenseitige Anerkennung vereinbart.

Dabei gilt:

  • NORSOK basiert auf staatlichen norwegischen Regelungen.
  • NOGEPA und OEUK sind von der Offshore-Industrie entwickelte und international etablierte Industriestandards.

Die Anforderungen dieser Offshore-Medicals unterscheiden sich teilweise deutlich. Daher kann es vorkommen, dass eine Person nach einem Standard als offshoretauglich gilt, während sie nach einem anderen Standard die Anforderungen nicht erfüllt.

Zudem werden die medizinischen Vorgaben regelmäßig überarbeitet. So wurden beispielsweise die OEUK-Leitlinien im Jahr 2024 umfassend aktualisiert, um neue medizinische Erkenntnisse und veränderte Anforderungen der Offshore-Branche zu berücksichtigen.

Offshore Medical nach NORSOK

Unsere Praxis ist zur Durchführung von NORSOK-Offshore-Eignungsuntersuchungen berechtigt.

Da NORSOK im Rahmen des Hardanger-Abkommens grundsätzlich von NOGEPA und OEUK anerkannt wird, stellt dieses Zertifikat für viele internationale Offshore-Einsätze eine geeignete Grundlage dar.

Dennoch empfiehlt es sich, bereits vor der Untersuchung mit dem jeweiligen Auftraggeber abzustimmen,

  • welcher Offshore-Standard gefordert wird,
  • ob zusätzliche Untersuchungen notwendig sind und
  • welche Unterlagen für den Offshore-Einsatz benötigt werden.

Letztlich entscheidet der Auftraggeber, nach welchem medizinischen Standard die Eignungsuntersuchung durchgeführt werden muss.

Untersuchungsumfang

Die Offshore-Eignungsuntersuchung ist umfangreich und richtet sich nach den jeweiligen nationalen oder internationalen Vorgaben.

Bitte planen Sie für Ihren Termin etwa zwei Stunden ein.

Je nach gefordertem Standard können zusätzlich besondere Untersuchungen oder Nachweise erforderlich sein, beispielsweise Drogen-Screenings oder weitere arbeitsmedizinische Untersuchungen.

Bitte zum Termin mitbringen

Für eine reibungslose Durchführung der Untersuchung bringen Sie – soweit vorhanden – bitte folgende Unterlagen mit:

  • amtlichen Lichtbildausweis oder Reisepass
  • Safety Pass
  • Bescheinigung der letzten Offshore-Eignungsuntersuchung
  • Sportbekleidung
  • Handtuch
  • Getränke
  • sämtliche relevanten medizinischen Vorbefunde
  • aktuelle Medikamentenliste
  • Nachweis eines gültigen Tetanus-Impfschutzes (Impfung innerhalb der letzten zehn Jahre)
  • Brille und gegebenenfalls Brillenpass

Bitte erkundigen Sie sich bereits vor dem Termin bei Ihrem Arbeitgeber, ob die Kosten der Untersuchung übernommen werden und ob zusätzliche Untersuchungsbestandteile vorgeschrieben sind.

Gültigkeit des Offshore-Zertifikats

Die ausgestellte Offshore-Eignungsbescheinigung ist in der Regel maximal zwei Jahre gültig.

Sollten die medizinischen Voraussetzungen für eine Offshore-Tätigkeit nicht erfüllt sein, erhalten Sie ein entsprechendes „Certificate of Medical Unfitness“. Auch in diesem Fall fällt aufgrund des umfangreichen Untersuchungsaufwands eine Untersuchungsgebühr an.

Selbstverständlich beraten wir Sie ausführlich zu den festgestellten Befunden und besprechen gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen sowie mögliche Perspektiven für eine erneute Beurteilung.

Offshore-Eignungsuntersuchung in Mühlhausen

Die Praxis für Arbeitsmedizin von Dr. med. Martin Sander betreut Beschäftigte der Offshore-Windenergie, der Öl- und Gasindustrie sowie weiterer Offshore-Bereiche aus Mühlhausen, Thüringen und ganz Deutschland.

Wenn Sie eine Offshore-Eignungsuntersuchung nach AWMF, NORSOK, NOGEPA oder OEUK benötigen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis. Wir beraten Sie kompetent zu den unterschiedlichen Standards und führen Ihre Untersuchung entsprechend den aktuellen nationalen und internationalen Anforderungen durch.

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